Die Sanierung der Ortsdurchfahrt Schlierbach bringt für viele Bürgerinnen und Bürger, Anlieger, Gewerbetreibende und Verkehrsteilnehmende spürbare Einschränkungen mit sich. Umwege und längere Fahrzeiten gehören während der Bauzeit zum Alltag. Die Gemeinde Brachttal weiß um die damit verbundenen Belastungen und nimmt die Sorgen und die Kritik der Betroffenen ernst.
Gleichzeitig ist es wichtig, die Hintergründe und den Umfang der Baumaßnahme zu verdeutlichen: Hier geht es um weit mehr als eine neue Fahrbahndecke. Wasserleitungen aus den Jahren 1905/1910, Kanalisation und weitere Teile der örtlichen Infrastruktur werden grundlegend erneuert. Die dafür notwendigen Bauarbeiten erfordern Platz, offene Baugruben und sichere Arbeitsbereiche. Eine durchgehende Verkehrsführung mittels Ampelregelung ist unter diesen Voraussetzungen während der aktiven Bauphase nicht möglich.
Die Gemeinde informiert deshalb über den Bauablauf, die geplanten Sperrungen, die Erreichbarkeit und die Umleitungen und erläutert, warum die vorübergehenden Einschränkungen für diese wichtige Infrastrukturmaßnahme
erforderlich sind.
Eine Investition in die Zukunft der Gemeinde
Gemeinsam investieren die Gemeinde Brachttal und Hessen Mobil rund sieben Millionen Euro in die Sanierung. Neben der Fahrbahn werden teilweise über 100 Jahre alte Wasserleitungen und die Kanalisation erneuert beziehungsweise saniert. Hinzu kommen der barrierefreie Ausbau der Bushaltestellen, verbesserte Querungsmöglichkeiten sowie die Umgestaltung des Kreuzungsbereichs Mittelstraße/Raiffeisenstraße in Richtung Birstein zur Erhöhung der
Verkehrssicherheit. Durch die Verlegung der bisherigen Bushaltestellen am Rathaus und an der „Alten Post“ entstehen zudem ein barrierefreier Zugang zum Rathaus und zusätzliche Parkplätze gegenüber der „Alten Post“.
Weitere Verbesserungen sind im Bereich der ehemaligen Volksbank vorgesehen, wo zusätzliche Straßeneinläufe eingebaut werden. Entlang der Birsteiner Straße werden von der Tankstelle bis zum Beginn der Feldstraße Teile des
Gehwegs erneuert und die B 276 grundhaft erneuert. In der Wächtersbacher Straße sollen neue Kanaldeckel die
wiederkehrenden Lärmbelästigungen durch beschädigte Abdeckungen beheben. Die Maßnahme umfasst außerdem die grundhafte Sanierung der Hammerstraße inkl. der Gehwege.
Die umfangreichen Tiefbauarbeiten erfordern offene Baugruben und ausreichend Arbeitsflächen für Maschinen und Baufahrzeuge. Eine sichere Verkehrsführung direkt an der Baustelle vorbei ist deshalb nicht durchgehend möglich. Eine Ampelregelung ist während der aktiven Bauphase nicht möglich, da die vorgeschriebene Restfahrbahnbreite
neben dem Arbeitsbereich nicht eingehalten werden kann. Auch die erforderlichen Sicherheitsabstände zum Schutz der Beschäftigten lassen sich unter diesen Bedingungen nicht gewährleisten. Während der Winterpause ist eine solche Regelung hingegen möglich, da die eigentlichen Bauarbeiten ruhen und die Baustelle entsprechend gesichert wird.
Bauablauf und zeitliche Planung
Die Gesamtmaßnahme umfasst acht Bauabschnitte: sechs an der B 276 und zwei in der Hammerstraße. Die Arbeiten erfolgen nacheinander und räumlich begrenzt. Eine durchgehende Vollsperrung aller betroffenen Straßen über die gesamte Bauzeit ist nicht vorgesehen.
Nach Fertigstellung der Ortsdurchfahrt der B 276 folgt in den Bauabschnitten 7 und 8 die grundhafte Sanierung der Hammerstraße – von der Einmündung in die B 276 bis zur Einmündung des Feldwegs nördlich der Kaiserstraße.
Während dieser Bauphase ist die Ortsdurchfahrt der B 276 bereits abgeschlossen und wieder uneingeschränkt
befahrbar.
Seit dem 27. Oktober 2026 wird zwischen der Ortseinfahrt Schlierbach aus Richtung Hesseldorf und der Einmündung Fabrikstraße gearbeitet. Dieser Abschnitt ist voll gesperrt.
Vom 18. Dezember 2026 bis voraussichtlich einschließlich 8. Februar 2027 ist eine Winterpause vorgesehen.
In diesem Zeitraum ist die Ortsdurchfahrt vorübergehend wieder befahrbar sein. Auf etwa 50 bis 100 Metern ist eine halbseitige Verkehrsführung mit Ampel an der ruhenden Baustelle geplant. Die Umleitung über Spielberg und Wittgenborn wird währenddessen ausgesetzt.
Ab dem 9. Februar 2027 sollen die Arbeiten witterungsabhängig fortgesetzt werden. Mit Wiederaufnahme der
Bauarbeiten wird erneut eine Vollsperrung erforderlich.
Nach derzeitiger Planung sollen die Arbeiten an der B 276 voraussichtlich Mitte 2028 abgeschlossen sein.
Ein Abschluss bis Ende 2027 bleibt weiterhin das erklärte Ziel. Anschließend folgt die Sanierung der Hammerstraße. Der Abschluss der Gesamtmaßnahme ist für Ende 2028 vorgesehen. Während der Sanierung der Hammerstraße ist die B 276 wieder durchgehend befahrbar.
Umleitungen und Verkehrssicherheit
Der Pkw-Verkehr wird über Spielberg und Wittgenborn umgeleitet. Für den Schwerlastverkehr besteht eine gesonderte Umleitung über Streitberg, zunächst über Leisenwald. Busse dürfen weiterhin über Spielberg fahren. Ergänzende
Halteverbote und Geschwindigkeitsreduzierungen sollen die Verkehrssicherheit erhöhen. Aufgrund des Umfangs der Bauarbeiten und der notwendigen Sperrungen ist eine überörtliche Umleitung unvermeidbar.
Die Gemeinde bittet ausdrücklich darum, die ausgeschilderten Umleitungen einzuhalten und keine vermeintlichen
Abkürzungen durch Nebenstraßen zu nutzen. Diese sind nicht für das zusätzliche Verkehrsaufkommen einer Bundesstraße ausgelegt. Fehlende Gehwege stellen insbesondere für Kinder und andere zu Fuß Gehende ein
Sicherheitsrisiko dar. Örtliche Zufahrtsmöglichkeiten, auch mit der Beschilderung „Anlieger frei“, dienen ausschließlich der Erreichbarkeit der dortigen Grundstücke und sind keine Ersatzumleitungen für den Durchgangsverkehr. Auch der Fahrrad- und Wirtschaftsweg zwischen Schlierbach und Weilers ist keine Umleitungsstrecke und darf hierfür nicht genutzt werden.
Grundstückszufahrten bleiben soweit möglich erreichbar. Einschränkungen können insbesondere durch offene
Baugruben im Zufahrtsbereich oder bei Asphaltierungsarbeiten entstehen. Die ausführende Firma Strassing
informiert die betroffenen Anlieger hierüber rechtzeitig. Die Rettungswege und die Erreichbarkeit für Feuerwehr,
Rettungsdienst und Notarzt bleiben grundsätzlich sichergestellt.
Die Müllabfuhr bleibt sichergestellt. Die Baufirma übernimmt bei Bedarf den Transport der gekennzeichneten
Mülltonnen zur Sammelstelle und zurück. Anlieger werden rechtzeitig über die Vorgehensweise informiert.
Während des ersten Bauabschnitts entfallen die Bushaltestellen Rathaus und Brückenstraße. Eine Ersatzhaltestelle befindet sich am Sportplatz in der Kleinbahnstraße. Aktuelle Fahrgastinformationen der KVG sind auf der
Gemeindehomepage abrufbar.
Verständnis und Rücksichtnahme
Die Gemeinde ist sich bewusst, dass die Baumaßnahme den Alltag vieler Menschen beeinträchtigt. Umwege, längere Fahrzeiten und Einschränkungen für Anlieger und Gewerbetreibende sind eine Belastung. Gleichzeitig bietet die Sanierung die Chance, wichtige Teile der Infrastruktur grundlegend zu erneuern und für die kommenden Jahrzehnte aufzustellen.
Die Vollsperrung ist keine willkürliche Entscheidung, sondern eine notwendige Voraussetzung für sichere und fachgerechte Bauarbeiten. Die Gemeinde bittet deshalb um Verständnis, Geduld und gegenseitige Rücksichtnahme. Sachliche Fragen und konstruktive Kritik sind willkommen. Persönliche Angriffe und Beleidigungen gegenüber den Beschäftigten der Baufirma und den Verantwortlichen sind hingegen nicht hinnehmbar.
Aktuelle Informationen, Bauabschnittspläne, die Präsentation der Bürgerinformationsveranstaltung
vom 14. Oktober 2026 sowie Fahrgastinformationen sind auf der Homepage im Bereich „Straßenbauarbeiten B276“
abrufbar.
Fragen können per E-Mail an ortsdurchfahrt@gemeinde-brachttal.de gerichtet werden.

